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Präsentation eines umfassenden Thesenpapiers

Im Rahmen eines parlamentarischen Frühstücks präsentierte Jungösterreich, begleitet von Lese-Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis ein Thesenpapier mit einer umfassenden Problemanalyse und zahlreichen Vorschlägen für Verbesserungen präsentiert.

Das Problem mit dem Lesen – und mögliche Lösungen

 

Die Initiative „LERCHE – Lesen eröffnet Chancen“ präsentierte Vorschläge zur Förderung der Lesekompetenz in Österreich.

 

Lesen ist die wichtigste aller geistigen Fähigkeiten. Lesen bildet die Voraussetzung für jeden anderen Wissenserwerb, es ist die Grundlage für soziale Beteiligung und für ein erfolgreiches Berufsleben. Im österreichischen Bildungssystem wird der Vermittlung von Lesekompetenz ein hoher Stellenwert eingeräumt, das allgemeine Niveau ist auch durchaus hoch, wie PISA und andere Studien immer wieder zeigen. Allerdings gilt das nur für knapp vier Fünftel der Schülerinnen und Schüler, das restliche Fünftel schafft es nicht, bis zum Austritt aus der Schule ein befriedigendes Maß an Lesefähigkeit auszubilden. Mehr als 20% aller Jugendlichen können beim Austritt aus der Schule – also im Alter von 15 oder 16 – so schlecht lesen, dass ihnen selbst der Umgang mit einfachen Texten Probleme bereitet.

 

Umfassendes Thesenpapier

Trotz zahlreicher Förderprogramme ist dieser Prozentsatz seit Jahren annähernd gleich hoch. Deshalb hat sich jetzt eine Initiative formiert mit dem Ziel, die Lesekompetenz in Österreich systematisch zu fördern: LERCHE – Lesen eröffnet Chancen. Am 6. Oktober hat diese Initiative ein Thesenpapier mit einer umfassenden Problemanalyse und zahlreichen Vorschlägen für Verbesserungen präsentiert.

Die Initiative wird vom Bildungsmedienverlag JUNGÖSTERREICH unterstützt. „Eine Verbesserung der Lesekompetenz erfordert die Zusammenarbeit der Betroffenen auf allen Ebenen“, betont Jungösterreich-Geschäftsführerin Kathrin-Theresa Madl, „wir wollten eine Plattform schaffen, wo sich Lehrkräfte und Schulleiter*innen mit Vertretern der Wissenschaft und der Fachdidaktik sowie mit Vertretern der Bildungspolitik vernetzen können.“

Das am 6. Oktober präsentierte Thesenpapier wurde im Laufe eines Jahres in mehreren Treffen von insgesamt vier Arbeitsgruppen erstellt. Als großes Problem identifizierten die Aktivisten der Initiative „LERCHE – Lesen eröffnet Chancen“, dass Lesekompetenz stark vom Bildungsniveau des Elternhauses abhängt. „Wenn die Kinder in die Schule kommen, bringen sie bereits sehr stark unterschiedliche Voraussetzungen mit“, sagt Anita Schilcher, Inhaberin des Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache an der Universität Regensburg und Teilnehmerin der Initiative. Um diese Unterschiede auszugleichen, müsse Lesen professionell unterrichtet werden, und zwar systematisch und in kleinen Schritten, wobei aber die Wirksamkeit stets überprüft werden muss. Eine gründliche lesedidaktische Ausbildung aller Lehrkräfte hält Schilcher für eine wichtige Voraussetzung, ebenso das Prinzip, dass Leseförderung nicht nur in der ersten Grundschulklasse angesiedelt sein darf, sondern Aufgabe „des gesamten Schulsystems bis zur Universität“ sein muss.

 

Vier Handlungsfelder

Die Vorschläge der Initiative „LERCHE – Lesen eröffnet Chancen“ beziehen sich daher auf vier Handlungsfelder:

  1. Im Elementarbereich geht darum, schon in den Kindergärten den Zugang zum späteren Lesen zu ebnen – durch ein Angebot an Büchern zum Durchblättern, durch regelmäßiges Vorlesen und durch das Schaffen einheitlicher und überprüfbarer Standards.
  2. In der Primarstufe muss Lesen als Aufgabe für ALLE Fächer verstanden werden. Schulen sollen zu integrierten Leseschulen werden. Der Erwerb eines Fachwortschatzes in nichtliterarischen Fächern erhält meist zuwenig Aufmerksamkeit.
  3. In der Sekundarstufe gewinnen digitale Texte an Bedeutung. Die Expert*innen orten zudem einen Bedarf an gezielter Leseförderung für Buben. Vor allem aber zeigt sich immer deutlicher das Auseinanderklaffen zwischen Jugendlichen aus bildungsaffinen Elternhäusern (mit entsprechend vielen Büchern daheim) und solchen, die außerhalb der Schule nicht automatisch zu Lesestoff greifen. Gut ausgestattete, als „Wohlfühlorte“ gestaltete Schulbibliotheken sollen zum Genusslesen verführen.
  4. Der letzte Bereich ist der außerschulische. Er umfasst einerseits die Jahre vor dem Eintritt in die Schule, zum anderen die Freizeitaktivitäten von Schüler*innen aller Altersstufen. Drittens aber wirkt sich die Förderung der Lesekompetenz von Erwachsenen unmittelbar auf die spätere Lesekompetenz der Kinder- und Jugendlichen aus, die unter dem Einfluss dieser Erwachsenen stehen.

 

Lesevergnügen mit Schulzeitschriften

Der Bildungsmedienverlag JUNGÖSTERREICH unterstützt mit seinen Kinder- und Schülerzeitschriften den Aufbau von Lesekompetenz und. Diese Zeitschriften haben sich seit Jahrzehnten im Schulalltag bewährt:

  • ICH+DU (Kindergarten und Vorschule)
  • Mini-Spatzenpost für die erste Schulstufe
  • Spatzenpost für die zweite Schulstufe
  • LUX + join in (3. + 4. Schulstufe)
  • JÖ (ab der 5. Schulstufe)
  • TOPIC (ab der 7. Schulstufe)

Bei sämtlichen Publikationen fungieren SOS-Kinderdorf und WWF Österreich als Mitherausgeber.

Das Thesenpapier kann beim Bildungsmedienverlag Jungösterreich angefordert werden (carolina.flatscher@jungoesterreich.at).

 

Pressekontakt

Carolina Flatscher

  +43 512 587205-11

  info@jungoesterreich.at

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